Freitag, 17. April 2015

Auf die Schnelle!


Ihr kennt das. Unter der Woche abends, nach einem langen Arbeitstag, groß einkaufen mag man nicht mehr und trotz aller Kochleidenschaft möchte man dann doch nicht Stunden in der Küche stehen. Auf Pizzaservice hat man auch keine Lust und gegen Essen gehen spricht die gemütliche Couch. Also was Schnelles kochen! Aber was?
Herrn Toni zu fragen ist in dieser Situation wenig hilfreich „Schinkennudeln!“, „wir könnten mal wieder Rouladen…“, „was Leckeres!“, "Schinkennudeln!" (auch liebevoll Schinus genannt)

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass wir uns als bekennender Serviceblog bereits diesem Problem angenommen haben und schnelle Gerichte mit dem Tag „auf die Schnelle“ versehen. Zu meinen Lieblingsschnellgerichten gehören übrigens Saltimbocca mit Weißbrot, Kartoffeln mit Dillsauce und Ei - und ok, auch Schinkennudeln.
Und gratinierte Ziegenkäserolle mit Salat. Hier eine Variante mit Thymian und Honig zusammen mit Rauke, Endivie, Mango, Croutons und gerösteten Kürbiskernen...

Samstag, 11. April 2015

Die Messe von Slow Food; 2015

Die Eröffnung der Messe Markt des guten Geschmacks (von links) Roland Bleinroth, Geschäftsführer Messe Stuttgart, Ursula Hudson, Vorsitzende Slow Food Deutschland und der Moderator Christof Mohr vom SWR

Die Suse macht es einfach: „kulinarische Jungendarbeit“. Vorbildlich!

Aber in Anbetracht der schieren Markt- und Werbemacht global agierender Nahrungsmittelkonzerne, Saatgutoligarchien und Systembratereien musste sich das Häuflein der wackeren Hedonisten irgendwie doch organisieren.

Und so gründet sich Anno 1986 die Slow Food Bewegung, mitgerissen von der Begeisterungsfähigkeit eines Carlo Petrini und getragen vom Engagement vieler Überzeugstäter. Man wollte (und will) den Genuss propagieren, die Regionalität stärken, die Vielfalt erhalten.

Wenn nächstes Jahr der Dreisigjahrefestakt ansteht, werden wir euphorische Erfolgsmeldungen vernehmen. Schon in diesem Jahr ist festzuhalten, dass  eine veritable Messe, verteilt auf zwei große Hallen der Messe Stuttgart, ausgerichtet wird. Teilweise getragen von kleinen Erzeugern, die seit der ersten Stunde dabei sind. 

Und nach wie vor mit dem Konzept des großen Esstisches in der Hallenmitte.

Hier meine Eindrücke:

Dienstag, 7. April 2015

Mach mit, mach’s nach, mach’s besser



Wer kennt ihn nicht, den „Adi“, der zu Zeiten der deutschen Teilung im Ost-Fernsehen Kinder zu sportlichen Wettkämpfen motivierte und somit als Vorbild der –im wahrsten Sinne des Wortes- Bewegung wurde?
Ich!

Ja genau. Zumindestens kannte ich ihn in bis vor wenigen Augenblicken gar nicht. Aufgewachsen im „Westen“ , fernab des Zonenrandgebietes und somit nicht in Empfangsreichweite des DDR-Fernsehens, blieb mir dieses Mobilisierungsprogramm mit Kultcharakter lange Jahre verborgen. Allerdings scheint in den Tiefen meines Gehirns der Name des Formates aus irgend welchen Gründen vor sich hin zu schlummern , so dass ich mir diesen heute einfach mal aufgrund der Konformität zu meinem aktuellen Menü als Überschrift geliehen habe.
Auch wenn diese Speisenfolge nicht im Wettkampf mit anderen steht und am Ende auch nicht die Kürung eines Gewinners vorgesehen ist, gibt es doch ein paar Parallelen zwischen "uns".
Grundsätzlich
Meine Motivation für diese Aktion ist die Begeisterung Heranwachsender für Dinge, die im interfamiliären Alltag oft wenig Zeit und Raum finden. Es wundert sicher niemanden, dass es sich hierbei um die Zubereitung machbarer, aber nichtalltäglicher Speisen und das anschließende gemeinsame Genießen der Kreationen handelt. In Ermangelung eigener Nachkommen müssen dafür die Kinder anderer herhalten.

Die zwei Mädchen unserer Freunde, L. und C, die mir in der Vergangenheit schon sehr fleißig beim Plätzchenbacken geholfen hatten, waren in der NL Nord für die Zubereitung eines 4-Gang-Mitmachmenüs eingeladen. Jede durfte sich eine Wunschzutat und eine Bitte-Nicht-Zutat aussuchen. Die Wunschzutaten waren Curry und Pilze. Die Bitte-Nicht-Zutaten waren bei C. „keine, ich ess eigentlich alles“ und bei L. eine Vielzahl ;o)

Damit die zwei ein paar spezielle Zubereitungen kennenlernen, ergab sich schließlich folgende Planung:



Und so klingelte es pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt an der Haustür, vor der mein hochmotiviertes, mit Schürze und Hausschuhen ausgerüstetes Nachwuchsküchenteam stand. Es konnte also losgehen.

Die Rezepte und Hauptzutaten hatte ich bereit gelegt, Arbeitsplätze waren vorbereitet, so dass die Aufgaben gemeinschaftlich verteilt wurden.

Herausforderung für mich bei diesem Menü war es, möglichst wenig vorzubereiten und ein bis zwei Augen auf die Jungköchinnen bei der Arbeit zu werfen und an der ein oder anderen Stelle unterstützend tätig zu werden. Das Anreichen von allgemeinen Zutaten, die in der Vorratskammer, im Keller oder in welchen Schubladen verstaut sind, gehörte ebenso zu meinen Aufgaben, wie das Anreichen von Kochutensilien und das gelegentliche Platzschaffen. Ansonsten ließ ich den beiden freie Hand.

Was soll ich sagen? Die Ausdauer und Gewissenhaftigkeit mit der die beiden am Werk waren war sehr beeindruckend und schön zu beobachten. Ich hätte mir durchaus gern mal ein Päuschen gegönnt, aber der Tatendrang meines Teams war ungebrochen. Nicht zuletzt deswegen ging der Zeitplan wunderbar auf, so dass wir pünktlich zum Eintreffen der Eltern der zwei mit dem Menü beginnen konnten.

Und so sahen die Speisen aus (ein Klick auf die Beschreibung führt wie immer zum Rezept):
































(Erdnusseis, Schokokuchen, Karamellsauce, Nougaterde, Mangoragout, Maracujaschaum)








Mittwoch, 1. April 2015

Fensterbankdilemma!

























Jedes Jahre im Frühling dasselbe Problem: die Tage werden länger, die Fensterbänke voller. Am Anfang sind es nur ein paar Töpfchen mit Chilis, nach und nach kommen dann Tomaten, Fuchsien, Knollenbegonien…  Irgendwann ist alles voll, Fenster öffnen bedeutet jedes Mal eine mittelgroße Umräumaktion. Ich brauche dringend ein Gewächshaus!
Bis dahin ist die Vorfreude auf den Mai, wenn die Zöglinge in den Garten umziehen nicht nur aus Jahreszeiten-, sondern auch aus rein praktischen Gründen groß.

Noch ist es leider nicht soweit, das Wetter spielt über Ostern auch nicht wirklich mit, kochen wir uns was! Ein Winterfrühlingsübergangsessen…

Freitag, 27. März 2015

Weinrallye #84 - Deutscher Sekt



Deutscher Sekt, flaschenvergoren, also méthode traditionelle, das Thema der heutigen Weinrallye, ausgerichtet von drunkenmonday, bekanntermaßen einer meiner Lieblingsweinblogs. Aber mit den Weinrallyethemen macht er es mir immer schwer, man erinnere sich noch an den Wein unter 5€.

Denn ich muss sagen, dass die Beziehung zwischen mir und dem deutschen Sekt eine Beziehung voller Missverständnisse war. Erinnerungen an elterliche Feste, vor allem Karnevalsparties, der deutsche Sekt floss in Strömen, Sinnbild des Wirtschaftswunders. Und außerdem war er unverzichtbar für die kalte Ente, eine Art Bowle, in die mein Vater eine lange Zitronenschale hängte. Niemand verstand die Kunst besser, eine Zitrone (Apfelsine, Apfel etc.) zu schälen ohne auch nur einmal abzusetzen und eine wunderbar geschwungene Schalenschlange zu erzeugen.

deutscher geht's nicht: Sekt und O'Saft


Und immer zitierte einer den Werbespruch: In die Hände, meine Lieben, wurde Euch MM geschrieben. Folgt den Zeichen der Natur, trinkt Matthäus Müller nur!

Sektschale, schön aber unpraktisch
Wurde Sekt in den 50er Jahren (das weiß ich allerdings nur von Bildern) aus dünnwandigen Flöten
genossen, so setzte sich in unserem Haushalt dann später die Sektschale (siehe rechts) durch, Inbegriff der Eleganz. Soll sie doch nach dem Busen der Marie-Antoinette gestaltet worden sein. Oder war es doch die Nitribitt? Dass der Sekt bei dieser Oberfläche schnell schal wurde, schien niemanden zu stören. Er wurde sowieso mit Orangen- oder Grapefruitsaft gemischt, oder – Gipfel der Dekadenz – mit Campari.

Ich war froh, dass in den 80er Jahren dann der Kir die Haushalte eroberte, der verlangte nach einem Crémant und der deutsche Sekt entschwand aus meiner önophilen Reichweite. Nicht dass ich ihn vermisst hätte.

Und Herr susa ist wie allgemein bekannt sowieso kein Freund jeder Art von Blubberwasser. Lediglich die Champagner unserer Freundin Lucette kommen ihm in den Keller. Natürlich nicht alle, nur die Spitzencuvée.

Bis eines schönen Tages in der Pfalz.

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